FSD im Elektro-Camper - Fahren wir in Zukunft mit dem Elektro-Camper in den Urlaub oder fährt uns der Elektro-Camper in den Urlaub?

Schon seit einiger Zeit verfolge ich die diversen FSD Videos, die zunächst nur in den USA, aber jetzt auch in Europa veröffentlicht werden. FSD steht für full self drive und das wiederum für autonomes Fahren, aktuell jedoch noch in der durch den Fahrer überwachten Version. Fahrassistenzsysteme kennt man ja schon seit einiger Zeit, aber diese Technik geht weit über das bloße Spurhalten oder einen Abstandstempomaten hinaus. Mit FSD, bzw. genauer genommen FSD supervised, also dem durch den Fahrer überwachten Fahren, navigiert das Auto eigentständig ans Ziel. Und das sowohl auf der Autobahn, als auch in der Stadt. FSD im Elektro-Camper könnte ein willkommenes Feature sein.

In den USA kennt man es schon lange, in Europa ist es erst in wenigen Ländern erlaubt. Die Niederlande haben den Anfang gemacht, dort kann man mit dem Tesla jetzt FSD supervised nutzen (wenn man es für 99€ im Monat abonniert hat). Das Abo kann man auch in Deutschland abschließen, aber da FSD supervised in Deutschland noch nicht erlaubt ist, bekommt man nur ein paar zusätzliche Funktionen, die so schlecht funktionieren, dass sie hier keine Zeile wert sind.

Wenn man also in Deutschland lebt und FSD mal ausprobieren möchte, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Man bucht hier in Deutschland eine FSD Testfahrt bei einem Tesla Standort, der das anbietet. Dann darf man als Beifahrer mitfahren, während ein Tesla Mitarbeiter am Steuer sitzt und FSD überwacht. Das ist natürlich murks.
  2. Man bucht eine Probefahrt in den Niederlanden. Da dort FSD zugelassen ist, haben die Probefahrtfahrzeuge FSD verfügbar und man kann selbst am Steuer sitzen und es testen. Da Tesla seit einiger Zeit auch self service Testfahrten anbietet, geht das sogar außerhalb der Öffnungszeiten und sogar abseits von Tesla Standorten. Das haben wir heute ausprobiert, um zu schauen, wie es sich anfühlt, wenn einen das Auto durch die Gegend fährt.

Wie funktioniert eine self service Probefahrt bei Tesla?

Wie sollte es anders sein, auch das geht natürlich über die Tesla App. Man kann aber auch auf der Homepage starten. Man wählt als Adresse eine Stadt in der Nähe der holländischen Grenze und schaut dann auf der Karte, wo der nächste Standort für self service Probefahrten ist. Ich habe Horst gewählt, dort steht das Probefahrtfahrzeug an einem Supercharger auf einem Hotelparkplatz.

Quelle: https://tesla.com

Wenn man die Fahrt gebucht hat, taucht sie in der Tesla App auf. Dort muss man dann seinen Führerschein hochladen ein paar Selfies machen und die Probefahrtbedingungen akzeptieren (leider nur auf Niederländisch, aber wozu gibt es Übersetzer).

Zur vereinbarten Zeit steht das Probefahrtauto dann am gewählten Platz.

Nach einer ausgiebigen Runde ums Auto, bei der man prüfen sollte, dass keine Beschädigungen zu erkennen sind, kann man das Fahrzeug dann mit der App entsperren und einsteigen. Leider ist das Menu auf niederländisch und ich hab es nicht hinbekommen, das zu ändern. FSD war vorhanden, lies sich aber nicht aktivieren, mh….

Nach einiger Zeit sind wir auf den Trichter gekommen, dass man sich erst ein 9 minütiges Video, dass einem (auf Englisch) FSD erklärt ansehen muss. Dann noch eine einfache Quizfrage (auf niederländisch) am Ende und dann funktioniert es endlich.

Wie war die Fahrt?

Überraschend unspektakulär! Ich habe mich sehr schnell sehr sicher gefühlt, kein Vergleich zu dem miserablen „Autopiloten“, den wir in Deutschland haben. FSD fährt sehr souverän durch jeden Kreisverkehr, hält dabei alle Radfahrer im Blick und bremst und beschleunigt sehr angenehm. Die Höchstgeschwindigkeit wird genau eingehalten (das war auch so eingestellt) und man hat nie das Gefühl, dass der Wagen unsicher ist.

Was hat nicht funktioniert?

Selbstständiges Einparken hat nicht funktioniert, es wurde zwar versucht, aber nie erfolgreich gemeistert. Während der Fahrt gab es auch eine Situation, die nicht perfekt war. Dort hatten wir eine grüne Ampel und die Radfahrer neben uns eine rote Ampel. An der Stelle hat der Wagen vor der grünen Ampel angehalten und ich musste kurz aufs Gas drücken, damit es weiterging. Das Video zur Fahrt findet ihr hier bei YouTube.

FSD im Elektro-Camper?

Wäre FSD im Elektro-Camper ein gamechanger oder nur eine Spielerei?

Das hängt natürlich von der persönlichen Einstellung zu solchen Gimmicks ab. Wer am liebsten alles selbst macht, schalten, kuppeln, Gas und Bremse, für den dürfte das nichts sein. Für mich wäre FSD im Elektro-Camper jedoch ein gamechanger. Ich kann mich an keine Urlaubsfahrt erinnern, auf der ich nicht mindestens einmal „laaaaaangweilig“ gerufen habe, wenn wir mal wieder auf einer besonders langweiligen Verbindungsetappe unterwegs waren. Da wäre für mich FSD im Elektro-Camper sehr willkommen.

Und auch so manches mal waren wir in irgendwelchen Städten unterwegs, die ähnlich verwirrend wie so manche Großstadt in Deutschland waren. Auch hier wäre ein aufmerksamer Chauffeur, der mich sicher durch die Stadt wieselt willkommen.

In meiner Übersicht gibt es FSD im Elektro-Camper natürlich noch nicht. Noch ist das ein Tesla only Feature und aktuell noch nicht mal in Deutschland. Aber langfristig plant Tesla, es nicht nur für seine eigenen Fahrzeuge zu nutzen, sondern die Technik auch an andere Autohersteller zu verkaufen, bzw. zu lizensieren. Momentan gibt sich natürlich noch niemand die Blöße, sondern alle probieren noch, es selbst hinzubekommen.

Zumindest im fernen Osten ist man damit auch schon recht erfolgreich, insbesondere bei den chinesischen Herstellern. Ich gehe davon aus, dass solche Systeme in den nächsten Jahren so selbstverständlich sein werden, wie heute ein Tempomat. Und so lange die KI nicht auf die Idee kommt, uns auf diesem Wege den Gar auszumachen, freue ich mich auf entspannte Urlaubsfahrten, erst recht, wenn die Kisten völlig autonom fahren und ich mir die Landschaft anschauen kann, ohne noch das Auto überwachen zu müssen.

In diesem Sinne, möge FSD im Elektro-Camper (für mich) gerne kommen!

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