Wie viele Elektro-Camper sind in Deutschland tatsächlich unterwegs, und welche Modelle verkaufen sich am besten? Wer nach belastbaren Elektro-Camper Zulassungszahlen sucht, merkt schnell: Eine offizielle Bestsellerliste gibt es nicht. Die Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) zeigen aber sehr deutlich, wie klein das Segment bisher ist. Und sie zeigen, warum sich einzelne Modelle kaum seriös vergleichen lassen.

In diesem Beitrag ordne ich die Elektro-Camper Zulassungszahlen ein und fasse zusammen, was sich aus öffentlichen Quellen belegen lässt, wo die Zahlen enden und wo Schätzungen beginnen. Als „Elektro-Camper“ zählen hier vollelektrische Camper-Vans und Wohnmobile ab Werk sowie elektrische Basisfahrzeuge mit Camping-Ausbau, etwa auf Basis des VW ID. Buzz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Elektro-Camper Zulassungszahlen sind klein: Am 1. April 2025 waren laut KBA nur 160 von über einer Million Wohnmobilen rein elektrisch (rund 0,016 %).
  • Welche Modelle diese 160 Fahrzeuge sind, weist das KBA in seiner Veröffentlichung nicht aus.
  • Die stärkste öffentlich messbare Größe ist der VW ID. Buzz als Basisfahrzeug: Er wird aber überwiegend gewerblich zugelassen und nicht als Camper erfasst.
  • Eine belegbare Rangliste der meistverkauften Elektro-Camper-Modelle gibt es derzeit nicht. Hersteller veröffentlichen kaum Stückzahlen.

Elektro-Camper Zulassungszahlen: Wie groß ist der Markt in Deutschland?

Die verlässlichste Zahl stammt aus der KBA-Pressemitteilung Nr. 23/2025 zum Wohnmobilbestand. Zum Stichtag 1. April 2025 waren in Deutschland 1.002.562 Wohnmobile registriert. Davon fuhren 97,4 % mit Diesel und 2,3 % mit Benzin. Bei den alternativen Antrieben weist das KBA 160 rein elektrische Wohnmobile (BEV) aus, dazu 104 Hybride, darunter 38 Plug-in-Hybride.

Alternative Antriebe im Wohnmobilbestand, Stand 1. April 2025 Balkendiagramm: 160 reine Elektro-Wohnmobile, 66 Hybride ohne Plug-in, 38 Plug-in-Hybride. Alternative Antriebe im Wohnmobilbestand Fahrzeuge, Stand 1. April 2025 (Gesamtbestand: 1.002.562) Elektro (BEV) 160 Hybrid ohne Plug-in 66 Plug-in-Hybrid 38 Hybride ohne Plug-in = 104 Hybride insgesamt minus 38 Plug-in (eigene Berechnung). Quelle: KBA, Pressemitteilung Nr. 23/2025.
Abbildung 1: Die Elektro-Camper Zulassungszahlen im Bestand. Selbst alle alternativen Antriebe zusammen machen im Wohnmobilbestand nur eine Handvoll Hundert Fahrzeuge aus.

Zum Vergleich: Bei Pkw sind Elektroautos längst im Massenmarkt angekommen. 2025 wurden laut KBA 545.142 reine Elektro-Pkw neu zugelassen, ein Marktanteil von 19,1 %. Der BEV-Anteil am gesamten Pkw-Bestand lag zum 1. Januar 2026 bei 4,1 %. Bei Wohnmobilen liegt er bei rund 0,016 %.

Ein wichtiger Hinweis zur Einordnung: Aktueller als April 2025 habe ich keine KBA-Veröffentlichung zur Antriebsverteilung im Wohnmobilbestand gefunden. Die aktuellen Elektro-Camper Zulassungszahlen dürften höher liegen, sind aber nicht belegt.

Der Wohnmobilmarkt wächst, nur nicht elektrisch

Der Gesamtmarkt entwickelt sich dagegen stabil bis dynamisch. Laut EnBW-Ratgeber wurden für Wohnmobile in Deutschland 2022 rund 65.595, 2023 rund 67.451 und 2024 rund 73.496 Neuzulassungen gezählt. Im ersten Quartal 2026 kamen laut KBA 21.105 Wohnmobile in den Verkehr, ein Plus von 30,1 % zum Vorjahr. Dabei spielte auch ein Sondereffekt eine Rolle: Fahrzeuge mit der alten Abgasnorm Euro 6d mussten bis Ende Februar 2026 zugelassen werden und wurden vielfach noch in den Markt gedrückt.

Neuzulassungen von Wohnmobilen in Deutschland 2022 bis 2024 Säulendiagramm: 2022 65.595, 2023 67.451, 2024 73.496 Neuzulassungen. Neuzulassungen von Wohnmobilen in Deutschland Fahrzeuge pro Jahr, Achse beginnt bei null 65.595 2022 67.451 2023 73.496 2024 Quelle: KBA-Daten, zitiert nach EnBW-Ratgeber „Elektro-Wohnmobile“ (26. August 2025).
Abbildung 2: Der Wohnmobilmarkt insgesamt wächst. Der elektrische Anteil daran bleibt verschwindend klein.

Der VW ID. Buzz als Gradmesser für Elektro-Camper

Weil Camper-Ausbauten auf Elektro-Basis oft auf dem VW ID. Buzz aufbauen (Nordvan ID.Bee, eVentje, Outbase und andere), lohnt ein Blick auf dessen Zulassungen. Aber Vorsicht: Das ist nur ein Indikator für das Basisfahrzeug, keine Camper-Zahl.

Neuzulassungen des VW ID. Buzz in Deutschland (alle Varianten) Säulendiagramm: 2023 gesamt 5.028, erstes Halbjahr 2025 4.504, erstes Halbjahr 2026 5.254. VW ID. Buzz: Neuzulassungen in Deutschland Basisfahrzeug vieler E-Camper, nicht nur Camper 5.028 2023 Gesamtjahr 4.504 Jan.–Juni 2025 5.254 Jan.–Juni 2026 Quellen: KBA-Daten (Aufbereitung ElektroQuatsch); Halbjahreswerte 2025/2026 laut AUTO ZEITUNG. 2024 und 2025 als Gesamtjahr: siehe Text.
Abbildung 3: Als Gradmesser für die Elektro-Camper Zulassungszahlen steigen die ID.-Buzz-Zulassungen leicht, aber auf niedrigem Niveau. Ein Camper-Anteil ist daraus nicht ableitbar.

Zwei Punkte sind entscheidend. Erstens liegt der gewerbliche Anteil beim ID. Buzz seit dem Marktstart bei etwa 78,5 %, laut ElektroQuatsch-Auswertung der KBA-Daten, kumuliert 23.272 Zulassungen seit Mai 2022. Der Großteil geht also an Firmen und Flotten, nicht an Camping-Privatkunden. Zweitens habe ich die Gesamtjahre 2024 und 2025 bewusst nicht als Säulen gezeichnet. In den Monatsdaten fehlen einzelne Monate oder sie zeigen offensichtliche Platzhalter. Dazu mehr im Methodik-Kapitel. Für belastbare Elektro-Camper Zulassungszahlen reichen diese Daten nicht aus.

Warum es keine Elektro-Camper Zulassungszahlen pro Modell gibt

Das Grundproblem ist die Statistik selbst. Ein Elektro-Camper kann je nach Anmeldeweg an ganz unterschiedlichen Stellen im Register landen:

Wo Elektro-Camper in der Statistik auftauchen Schaubild: Ein Basisfahrzeug kann als Pkw mit Camping-Box, als Wohnmobil nach Ausbau oder als Selbstausbau erfasst werden. Nur der mittlere Weg erscheint im Wohnmobil-Bestand, aber ohne öffentlich ausgewiesenes Modell. Wo taucht ein Elektro-Camper in der Statistik auf? Basisfahrzeug (z. B. ID. Buzz) Weg A Als Pkw/Van zugelassen, Camping-Box oder Modul nur eingelegt Weg B Fester Ausbau durch Ausbauer, Eintrag als Wohnmobil Weg C Selbstausbau oder Nachrüst-Kit durch den Besitzer Zählt als ID. Buzz Camper-Nutzung ist in den Zahlen unsichtbar Zählt als Wohnmobil Modell der 160 E-Wohn- mobile nicht aufgeschlüsselt Zählt als Basisfahrzeug Wird nirgends als Camper erkennbar Vereinfachte Darstellung; der tatsächliche Anmeldeweg hängt vom Ausbauer und vom Einzelfall ab.
Abbildung 4: Nur Weg B landet überhaupt im Wohnmobil-Bestand. Und auch dort fehlt in den öffentlichen Auswertungen die Modellzuordnung.

Hinzu kommt: Das KBA veröffentlicht für Wohnmobile den Bestand und die Neuzulassungen nach Modellreihen. Dort führt aber ein Verbrenner-Chassis, der Fiat Ducato mit 42,6 % des Bestands, das Feld an. Im Juni 2026 waren es 2.617 von 6.627 neu zugelassenen Wohnmobilen. Elektrische Modelle spielen in diesen Ranglisten keine messbare Rolle.

Welche Elektro-Camper gibt es, und was ist über Stückzahlen bekannt?

Eine Modellübersicht ist trotzdem möglich, auch wenn Elektro-Camper Zulassungszahlen je Modell fehlen. Die folgende Tabelle zeigt bekannte Serienmodelle mit Preisangaben aus Marktübersichten. In der letzten Spalte steht, was zu Stückzahlen öffentlich auffindbar war. Das ist meist wenig.

ModellBasisfahrzeugPreis abBekanntes zu Stückzahlen
Pössl e-VansterCitroën ë-SpaceTourer49.999 € (Stand Nov. 2025)Pössl plante 2022 laut promobil 150 bis 200 Fahrzeuge. Das war eine Planzahl, keine gemeldete Stückzahl. Laut AUTO ZEITUNG war er im November 2025 nicht konfigurierbar.
Nordvan ID.BeeVW ID. Buzz63.900 € (laut promobil)Keine Angaben gefunden.
Outbase ID.Buzz CampervanVW ID. Buzz (Cargo)84.490 € (Economy-Variante)Keine Angaben gefunden.
eVentje ID. BuzzVW ID. Buzz95.000 €Keine Angaben gefunden. 2024 mit dem Red Dot Award für Produktdesign ausgezeichnet.
Iridium e-V25Ford E-Transit129.900 €Keine Herstellerzahlen. Ein Forenbeitrag nennt vier gebaute Exemplare, was ich nicht verifizieren konnte.
Tonke EQV (Adventure/Touring)Mercedes EQVsiehe AnbieterKeine Angaben gefunden.

Eine aktuelle Preis- und Ausstattungsübersicht pflege ich im Elektro-Camper-Vergleich. Dort findest du Reichweite, Schlafplätze und Ausstattung nebeneinander.

Methodik: So ist die Recherche entstanden

Ich habe öffentlich zugängliche Quellen ausgewertet: offizielle KBA-Pressemitteilungen zu Wohnmobilbestand und Neuzulassungen, die KBA-Segmentauswertung für Juni 2026, aufbereitete KBA-Monatsdaten zum ID. Buzz, Herstellerangaben sowie Marktübersichten von Fachmedien (promobil, AUTO BILD, AUTO ZEITUNG, mobile.de-Magazin). Elektro-Camper Zulassungszahlen und andere Angaben habe ich nur übernommen, wenn sie sich einer Quelle zuordnen ließen. Wo ich selbst gerechnet habe, ist das kenntlich gemacht.

Probleme bei der Datenlage

  • Keine Modellaufschlüsselung: Das KBA nennt 160 E-Wohnmobile, aber nicht, um welche Modelle es sich handelt.
  • Veralteter Stichtag: Die letzte gefundene Antriebsverteilung stammt vom 1. April 2025.
  • Falsche Zuordnung durch Ausbauwege: Camper auf ID.-Buzz-Basis werden je nach Anmeldeweg als normaler ID. Buzz geführt (siehe Abbildung 4).
  • Lückenhafte Aggregator-Daten: In der aufbereiteten ID.-Buzz-Monatsreihe fehlt der März 2024 komplett. Mehrere Monate (Juni 2024, Oktober 2024, Juni 2025, Juli 2026) zeigen den Wert „1“, was offensichtlich ein Platzhalter ist. Dass es ein Fehler ist, lässt sich prüfen: Für das erste Halbjahr 2025 nennt die AUTO ZEITUNG 4.504 Zulassungen, die Monatssumme der Reihe ergibt aber nur 3.823. Die Differenz von 681 entspricht dem fehlenden Juni 2025. Für das erste Halbjahr 2026 stimmen beide Quellen dagegen überein (5.254).
  • Herstellerzahlen fehlen: Ausbauer wie Pössl, Nordvan oder Iridium veröffentlichen keine Verkaufszahlen. Planzahlen aus Messeberichten sind keine Verkäufe.
  • Unterschiedliche Definitionen: „Camper“, „Wohnmobil“, „Reisemobil“ und „Campingbus“ werden in Medien und Statistik nicht einheitlich verwendet. Zahlen aus verschiedenen Quellen sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.

Fazit: Was die Elektro-Camper Zulassungszahlen über den Markt verraten

Die Elektro-Camper Zulassungszahlen zeigen: Elektro-Wohnmobile sind in Deutschland noch eine Randerscheinung mit einem Bestandsanteil von rund 0,016 %. Belegbar ist auch, dass der VW ID. Buzz das mit Abstand häufigste elektrische Basisfahrzeug im Umfeld der E-Camper-Ausbauer ist und dass Ausbauten auf seiner Basis das breiteste Angebot stellen. Nicht belegbar ist dagegen, welcher Elektro-Camper sich am besten verkauft. Wer dir eine exakte Rangliste präsentiert, stützt sich vermutlich auf Schätzungen.

Ein Ausblick: Sobald das KBA eine neuere Antriebsverteilung im Wohnmobilbestand veröffentlicht oder Hersteller ihre Stückzahlen offenlegen, werde ich diesen Beitrag aktualisieren.

Häufige Fragen zu Elektro-Camper Verkaufszahlen

Wie hoch sind die Elektro-Camper Zulassungszahlen in Deutschland?

Zum Stichtag 1. April 2025 waren es laut KBA 160 reine Elektro-Wohnmobile (BEV) bei einem Gesamtbestand von 1.002.562 Wohnmobilen. Dazu kamen 104 Hybride, darunter 38 Plug-in-Hybride.

Welcher Elektro-Camper verkauft sich am besten?

Das lässt sich nicht belegen. Das KBA schlüsselt die Elektro-Wohnmobile nicht nach Modellen auf, und Hersteller veröffentlichen kaum Stückzahlen. Das meistzugelassene elektrische Basisfahrzeug für Ausbauten ist der VW ID. Buzz, aber er wird überwiegend gewerblich zugelassen.

Sind ID.-Buzz-Camper in der Wohnmobil-Statistik enthalten?

Das hängt vom Anmeldeweg ab. Wird das Fahrzeug als Pkw oder Van zugelassen, erscheint es als ID. Buzz und nicht als Wohnmobil. Nur bei einem Eintrag als Wohnmobil zählt es im Wohnmobilbestand.

Warum gibt es so wenige Elektro-Wohnmobile?

Die Ausgangslage ist schwierig: Die Zahl der verfügbaren Serienmodelle ist klein, die Preise sind hoch (von knapp 50.000 bis über 130.000 Euro) und die Batterien sind schwer. Wegen der Gewichtsgrenze von 3,5 Tonnen dominieren deshalb kompakte Kastenwagen und Vans das Segment.

Quellen

Stand der Recherche: 6. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; bitte prüfe Preise und Verfügbarkeiten beim jeweiligen Anbieter.

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