Elektro Camper Leasing - Pro und Contra
Als ich vor ein paar Jahren in die Elektromobilität reinschnuppern wollte war mir klar: Ein Elektroauto kaufen kommt nicht in Frage!
Das hatte mehrere Gründe:
- Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, ob ich damit im Alltag klar komme.
- Zu dem Zeitpunkt hatte ich (logischerweise) noch keine Wallbox in der Garage.
- Elektroautos waren teuer.
- Es war klar, dass die Batterietechnik und damit die Reichweite noch große Fortschritte machen wird.
Aber interessiert war ich schon, da mich neue Technikdinge interessieren. Unseren Kastenwagen-Camper hatte ich damals auch als daily driver eine Zeit lang gefahren. Aber so wirklich komfortabel ist das nicht, wenn man sich in Städten aufhält. Irgendwann kamen dann die ersten Auto-Abos auf den Markt und ich fing an, mir über die Wintermonate einen Volvo XC40 zu abonnieren, damals noch als Diesel. Als dann auch ein vollelektrischer XC40 im Abo erhältlich war, dachte ich mir, dass so ein Abo doch ne prima Sache ist, um Elektromobilität "gefahrlos" zu testen.

Der Schlitten war äußerst komfortabel und mit ca. 400PS auch absurd flott unterwegs. Der Fahrspaß war so groß, dass ich mir ziemlich zeitnah eine Wallbox in der Garage besorgt habe als klar war, dass ich im PKW Bereich bei Elektro bleibe. Leider hat Volvo das Abo Angebot dann eingestellt und seitdem fahre ich Tesla. Das Bild entstand bei der Abholung.

Den Tesla habe ich geleast, zu damals äußerst günstigen Konditionen inkl. einem Jahr frei tanken am Supercharger. Tipp: Wenn man es einrichten kann, sollte man im 4. Quartal zuschlagen, wenn die Verkaufszahlen noch mal gepusht werden sollen.
Auch hier war mir klar: Die Entwicklung im Elektro-Fahrzeug Bereich ist noch lange nicht am Ende und so stellte ich es mir eher schwierig vor, ein 5 oder 10 Jahre altes Elektroauto irgendwann mal zu verkaufen, wenn die neuen Autos alle schon viel weiter fahren und viel mehr können.
Im Wohnmobilbereich ist es genau anders herum: Als ich 2016 unseren derzeitigen Kastenwagen-Camper gekauft habe, war mir klar, dass ich den ziemlich lange fahren möchte. Denn bei Dieselmotoren ist es genau anders herum: Wenn es da etwas Neues gibt, dann weil irgendwelche neuen Abgasnormen erfüllt werden müssen. Und das führt in der Regel dazu, dass eine weitere potentielle Fehlerquelle in den Motor gebaut werden muss, um die neueste EURO Norm zu erfüllen. Hier der Kasten 2016 bei der Abholung. Hier geht es zum Kastenwagen Fotoalbum.

Und so kam es dann auch. Ich habe noch den letzten Jahrgang ohne ad blue bekommen und kann mir ohne Angst die ganzen Videos anschauen, wo Wohnmobilisten mit ad blue Problemen in der Werkstatt landen. Bisher bin ich (toi toi toi) nur einmal wegen einer defekten Einspritzdüse liegengeblieben, ansonsten ist der Kasten völlig unauffällig, was Werkstattbesuche angeht. Ich hatte zwar zwischendurch schon den Gedanken, mal einen neuen zu kaufen, aber als ich gesehen habe, dass das gleiche Modell mit weniger Ausstattung inzwischen fast doppelt so viel kostet, war auch diese Idee schnell verflogen. Damals hat der Kasten vollausgestattet 38.000€ (als Neuwagen!) gekostet, das waren noch Zeiten!
Und damit bin ich beim Thema dieses Artikels. Würde ich heute einen vollelektrischen Kastenwagen Camper kaufen wollen, um den dann 10 Jahre zu fahren? Im Elektro Camper Segment, werden die Fahrzeug in 10 Jahren deutlich besser und nicht schlechter sein. Größere Reichweite, schnelleres laden, vermutlich autonomes Fahren (das stell ich mir auf ewig langen Verbindungsetappen auf einer Reise schon toll vor!). Vermutlich würde ich dann nicht (so wie jetzt) zurückblicken und mich freuen, dass alles teurer und verschlimmbessert wurde. Von daher wäre es eigentlich im Elektrobereich interessant, auch ein Wohnmobil "auf Zeit" zu fahren, sei es als Abo oder im Leasing. Elektro Camper Leasing? Hier sind mir allerdings gar keine Anbieter bekannt. Aber andererseits müsste man dann ja den Camper absolut "stock" belassen und wir wissen ja alle, dass es im Wohnmobil immer etwas zu optimieren gibt. Das würde gegen Abo oder Leasing sprechen. Gar kein Elektrowohnmobil kaufen und bei Bedarf eins mieten? Dafür sind wir zu oft unterwegs. Gemietet haben wir nur vor dem Kauf, weil wir eine längere "Probefahrt" machen wollten, bevor wir was kaufen.
Eine mögliche Lösung wäre es, nur das Basisfahrzeug zu leasen. Es gibt ja sogar einen Anbieter, der ein "Wohnmobil Set" hat, dass man in einen leeren Kasten reinsetzen kann, um ihn als Camper zu nutzen. Aber das gilt in dem Fall als Ladung, d.h. eine Wohnmobilversicherung bekommt man damit nicht und so richtig das gleiche, wie ein fest montierter Wohnausbau ist das auch nicht.
Ich spinn jetzt mal meine Wunschlösung: Ein elektrischer Kastenwagen mit Wohnmobilausbau, bei dem man den Akkupack in ein paar Jahren gegen neuere Technik einfach austauschen kann und bei dem man per Softwareupdate, wie bei Tesla, alle möglichen neuen Features einfach over the air nachgerüstet bekommt. Ob es sowas mal geben wird? Hallo Tesla, wie wäre es mal mit einem Wohnmobil mit FSD?